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Veröffentlicht am:
3/19/2025
Kategorie:
Andachten
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Wort zum Tag
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Schutzprojekt Gottes
Die nach Babylon vertriebenen Israeliten waren in ihre Heimat zurückgekehrt. 70 Jahren hatte das Exil gedauert. Jetzt musste vieles wieder aufgebaut werden. So wie die Stadt Jerusalem und der zerstörte Tempel. Im Blick auf die Trümmer ist zu verstehen, dass erst einmal der Aufbau im Vordergrund steht. Dabei konnten die Menschen am Rande der Gesellschaft in den Hintergrund rücken.
Doch das will Gott nicht. Und lässt durch den Propheten Sacharja dem Volk sagen:
„… und bedrückt nicht die Witwen, Waisen, Fremdlinge und Armen“, aus dem Buch Sacharja, Kapitel 7,10, dem Losungstext der Herrnhuter Brüdergemeine für heute.
War das nicht selbstverständlich? Diese Schutzbedürftigen nicht zu bedrücken? Israel ist schließlich das von Gott auserwählte Volk. Waren nicht Güte und Barmherzigkeit wesentliche Merkmale dieses Gottes? Doch Witwen, Waisen, Fremdlinge und Armen wurden offensichtlich bedrückt. Sacharja hätte sonst nicht mahnen müssen. Wie müssen die Genannten sich wohl gefühlt haben in diesem Volk Gottes?
Deshalb stellt sich Gott in der ganzen Bibel ausdrücklich auf die Seite der besonders Schutzbedürftigen. So muss schon Mose dem Volk Israel sagen:
„Ihr sollt keine Witwen noch Waisen bedrücken.“ (2. Mose 22,21)
Doch was ist hier mit dem Bedrücken der Witwen, Waisen, Fremdlinge und Armen eigentlich gemeint? Sicher nicht ein inneres Gefühl - in dem Sinne von: Das bedrückt mich aber, wenn du so von mir denkst.
Nein, sondern vor dem gesellschaftlichen Hintergrund damals wie heute ist an ein wirkliches Unterdrücken von benachteiligten Menschen zu denken.
So werden Witwen, Waisen, Fremdlingen und Armen gerne ihre Rechte vorenthalten. Oder man nutzt sie aus, zum Beispiel finanziell, rechtlich und sozial. Auch werden sie oft ungerecht behandelt. Eben weil sie schwach sind und keine Lobby haben.
Ebenso wird diesen Menschen manchmal schonungslos deutlich gemacht, wie unbedeutend sie eigentlich sind.
Für mich hat bedrücken etwas mit Druck zu tun. So wird Druck auf Menschen ausgeübt, die eigentlich besonderen Schutz nötig haben. Das hinterlässt Spuren bei den Betroffenen und oft braucht es Jahre, bis sie damit umgehen können.
Ich denke, bereits im Alten Testament ist das Verhalten gegenüber Witwen, Waisen, Fremdlingen und Armen ein Zeichen dafür, ob Gottes Volk auch wirklich mit den Gedanken Gottes lebt. Sozusagen ein Test.
Ich will das jetzt auf heute übertragen. Denn auch wir Christen müssen uns fragen, wie wir mit Menschen umgehen, die abhängig, schwach oder neu im Land sind. Sozial benachteiligt oder einsam. Nutzen wir ihre Schwäche aus – oder nutzen wir unsere Stärke, um sie zu schützen? Und das meine ich nicht nur für den Einzelnen. Sondern auch für christliche Kirchen und Gemeinden. Leben wir eine Willkommenskultur?
Denn ich bin sicher, so wie das Volk Israel werden auch heute christliche Gemeinden an ihrem Umgang mit besonders Schutzbedürftigen gemessen. Und da kommt es auf jeden an.
Dabei ist der liebevolle Umgang mit diesen Menschen am Rande der Gesellschaft nicht nur selbstverständlicher Ausdruck christlicher Nächstenliebe. Sondern es ist Gottesdienst, so wie es der Apostel Jakobus in seinem Brief schreibt:
„Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott und dem Vater ist dieser: Waisen und Witwen in ihrer Bedrängnis zu besuchen.“ (Jakobus 1,27)
Autor: Herbert Laupichler
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